Auch wenn Schröpfen im Augenblick wieder \“in\“ ist – und das vor allem bei Prominenten -, so gibt es dieses Heilverfahren schon seit über 5000 Jahren. In der Antike wurde mithilfe von Tierhörnern oder Bambus geschröpft. Dagegen verwendeten die Ägypter Schröpfköpfe aus Glas für die Behandlung. Ebenfalls eine lange Tradition hat das Schröpfen in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und wird oft mit der Akupunktur kombiniert.
Bei der heutigen Schröpfbehandlung werden vom Therapeuten kleine, offene Glaskugeln innen mit einer Flamme erwärmt und auf die Haut des Patienten aufgesetzt. Bei dem Abkühlungsprozess entsteht in der Kugel ein Unterdruck, die Haut wölbt sich dadurch in die Kugel ein und wird als Folge stärker durchblutet, was Muskelverspannungen, aber auch Lungen-, Gallen- oder Lebererkrankungen lindert. Man kann diesen Effekt damit erklären, dass die Reizung der Haut durch die Schröpfkugel nicht nur eine lokale, sondern auch eine reflektorische Wirkung auslöst und die gereizten Hautnerven auch die inneren Organe anregen können.
Diese Annahme liegt der Theorie zugrunde, dass in unserem Nervensystem sowohl horizontal als auch vertikal sogenannte segmentale Reflexbögen verlaufen, die eine Verbindung der inneren Organe mit der Körperoberfäche herstellen. Auch die TCM orientiert sich an diesem Verfahren der reflektorischen Beziehungen von Haut und Organen. 

Eine Schröpfbehandlung nimmt in der Regel 10 Minuten Zeit in Anspruch und man unterscheidet drei Verfahren, das \“trockene\“ und das \“blutige\“ Schröpfen sowie die Schröpfmassage.
Bei der ersten Variante wird die Glaskugel auf die unversehrte Haut gesetzt, bei der zweiten wird vorher die Haut leicht angeritzt, so dass beim Unterdruck die Glaskugel Blut und Lymphe aus dem Gewebe absaugt. Das \“blutige\“ Schröpfen ist ein ausleitendes Verfahren und soll energetische Fülle-Zustände abbauen. Bei der Schröpfkopfmassage wird die Haut des Patienten mit Öl eingerieben, damit der Therapeut danach die Kugeln an den Muskeln entlangziehen kann. Dadurch wird vor allem die streifenförmige Muskulatur gelockert.
Eine Schröpfbehandlung ist für den Menschen nicht sonderlich belastend. Empfohlen wird, nach der Therapie etwas zu ruhen und genügend zu trinken.
Bei Erkrankungen der Haut und Blutgerinnungsstörungen sollte diese Behandlung nicht angewendet werden, außerdem ist bei einer Schwangerschaft Vorsicht angeraten. Das Schröpfen im unteren Körperbereich ist tabu.

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