Sie kennen das sicher: Man hat viel gearbeitet und in dieser Zeit wenig auf das Essen geachtet, das man dem Verdauungstrakt zugeführt hat. Man hat viel zu viel, viel zu oft, viel zu spät abends und viel zu üppig gegessen. Das rächt sich irgendwann. Man ist zwar nicht krankt, fühlt sich aber auch nicht gesund. Man hat ein unangenehmes Völlegefühl im Magen, leidet an Atemnot und spürt, dass man etwas tun muss. In diesem Fall kann ein wenig Heilfasten dazu beitragen, dass Magen und Darm wieder saniert und gekräftigt werden. Man kann damit die natürlichen Abwehrkräfte stärken und vielen Erkrankungen des Verdauungstraktes vorbeugen.
Fasten heißt: Einschränkung der Nahrung. Diese uralte Tradition, die in abgewandelter Form zu verschiedenen Zeiten im Jahr in allen Religionen der Welt verankert ist, hat auch heute in der modernen Zeit ihre Berechtigung.
Viele Menschen denken: Heilfasten, das bedeutet hungern, absolut nichts essen. Das ist eine falsche Vorstellung. Der menschliche Körper kann selbstverständlich nicht längere Zeit ohne Nahrung auskommen, auch nicht über wenige Tage. Aber mit einer speziellen, reduzierten Kost wird der Organismus gezwungen, seine Vorräte, Ablagerungen und Fette anzugreifen und abzutragen. Dabei werden Stoffe gelöst, die bereits tief im Gewebe integriert sind.
Heilfastenkuren sind besonders erfolgreich, wenn man sie mit ausgedehnten Wanderungen verbindet. Wer fastet, kann nach dem dritten und vierten Tag erstaunliche Leistungen vollbringen und sollte das auch tun. Die Menschen haben dann keinen Hunger mehr und legen locker bis zu 10 Kilometer und mehr am Tag zurück.
Das klassische Heilfasten ist für den Hausgebrauch nicht geeignet. Es sollte grundsätzlich in einer Kuranstalt oder in einer Spezialklinik für Naturheilverfahren unter ärztlicher Überwachung durchgeführt werden. Man muss vom Stress des Alltags gelöst sein. So eine Heilfastenkur dauert in der Regel vier Wochen: drei Wochen Fasten, eine Woche Aufbauzeit. Und so läuft das Heilfasten ab. Der Einstieg beginnt mit einem Obsttag. Man isst Äpfel, Orangen, Dörrpflaumen und Datteln. Von da ab wird nun sehr wenig gegessen: etwas Magerquark, Kefir oder Joghurt. Dazu wird sehr viel getrunken: zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag, und zwar Kräutertee, Gemüsebrühe, Obstsaft, Mineralwasser.
Nicht jeder hat allerdings die Zeit und das Geld, sich einer strengen medizinischen Heilfastenkur in einer Klinik, in einem Sanatorium oder in einer Kuranstalt zu widmen. Dennoch muss man auf diesen kleinen \“Sonderurlaub\“ für Magen und Darm nicht verzichten. Es gibt da sozusagen die \“kleine\“ Heilfastenkur, die jeder selbst zu Hause durchführen kann. Es sind harmlose Naturprogramme, die vielen Menschen neuen Schwung geben.
Für eine solche Heilfastenkur zu Hause muss man allerdings grundsätzlich einige wesentliche Fakten beachten:

  • Sie dürfen diese Kur niemals über einen längeren Zeitraum durchführen. Die Heilfastenkur zu Hause sollte höchstens ein Wochenende dauern.
  • Da nun an einem einzigen Wochenende nur selten ein effektiver Erfolg erzielt werden kann, sollten Sie sich in einem Monat vornehmen, an jedem Wochenende ein ganz bestimmtes Heilfastenprogramm durchzuführen.
  • Wenn Sie nicht vollkommen gesund sind, müssen Sie vor einem Heilfastenwochenende unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen, ob Sie so etwas überhaupt machen dürfen.

Wenn Sie nur an einem einzigen Tag Heilfasten zu Hause durchführen wollen, dann können Sie zum Beispiel aus den folgenden drei Möglichkeiten wählen:

  • Versuchen Sie es mit einem Quarktag: Morgens gibt es nur Kräutertee und ganz wenig Joghurt. Mittags 250 Gramm Magerquark mit frischen, gehackten Kräutern. Abends die gleiche Portion – schaumig geschlagen – mit Preiselbeeren oder kleingeschnittenen, frischen Früchten.
  • Eine andere Möglichkeit – der Reistag: Morgens etwas Joghurt. Das Mittagessen besteht aus 100 Gramm gedünstetem Naturreis mit einer kleinen Butterflocke. Abends gibt es die gleiche Menge Reis, diesmal mit ganz wenig gesüßtem Apfelmus.
  • Schließlich gibt es noch den Kartoffeltag: Morgens wieder etwas Joghurt. Mittags drei mittelgroße Pellkartoffeln mit 100 Gramm Kräuterquark. Abends zwei Pellkartoffeln mit ganz wenig Kräuterbutter.

Wichtig für all diese Heilfastentage: Man muss – über den Tag verteilt – jeweils drei Liter stilles Mineralwasser oder ungesüßten Kräutertee trinken.
Für alle Heilfastenkuren zu Hause gelten folgende Verbote: kein Alkohol, kein Nikotin, wenn unbedingt notwenig Bohnenkaffee nur eine Tasse am Tag, ungesüßt. Keine Süßigkeiten.
Die ärztliche Erfahrung hat gezeigt: Heilfastenkuren wirken sich positiv auf zu hohe Cholesterin- und Blutdruckwerte aus, auf Hautprobleme, Kreislaufstörungen, vor allem aber auf Verdauungsstörungen und auf Störungen des vegetativen Nervensystems.

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