Viele Menschen leiden zeitweise an Verdauungsproblemen und Magenbeschwerden, die mit Appetitlosigkeit verbunden sind. Gegen solche Verstimmungen hat sich am besten in der Volksmedizin und in der traditionellen Naturheilkunde der gelbblühende Enzian bewährt. Die Heilpflanze wird schon vor rund 5000 Jahren im Kräuterbuch des Kaisers Sheng-Nung an drei Stellen erwähnt. Aber auch die Illyrer, Griechen und Römer im Altertum und Paracelsus im Mittelalter lobten die Wirkung des gelbblühenden Enzians. Auch Pfarrer Sebastian Kneipp setzte ihn ein.
Heute ist die Hochgebirgspflanze längst von der Schulmedizin anerkannt und wird sehr oft von Hausärzten empfohlen. Man verwendet vom gelbblühenden Enzian die Wurzel, die die meisten Bitterstoffe enthält – sie werden Bitterstoff-Glykoside genannt -, die man in einer Heilpflanze nachweisen kann. Es werden grundsätzlich nur die Wurzeln von Enzianpflanzen verwendet, die vier bis fünf Jahre alt sind. Genau dann enthalten sie nämlich die optimale Qualität und Quantität dieser Wirkstoffe.
Die Bitterstoffe regen entscheidend die Drüsen- und Enzymproduktion im Magen an und aktivieren sämtliche Verdauungsdrüsen. Dadurch beginnen Magen und Darm nach einer vorübergehenden Störung wieder mit voller Kraft zu arbeiten. Die Nahrung kann wieder ungestört aufgeschlossen werden.
In den vergangenen Zeiten hat man sich die Enzianwurzel aus der Apotheke besorgt und hat einen Magentee daraus zubereitet. Hier das Rezept: Ein Teelöffel kleingeschnittene Enzianwurzel wird mit einem Viertelliter kochend heißem Wasser übergossen. Dann lässt man das Ganze fünf Minuten nachkochen und seiht es dann ab. Der Tee sollte ungesüßt eine Viertel- oder eine halbe Stunde vor dem Essen in kleinen Schlucken getrunken werden. Dadurch wird der bittere Geschmack intensiv von der Zunge aufgenommen und gleichzeitig die Speichelbildung gesteigert. Es gibt noch eine zweite Zubereitungsart: Ein Teelöffel Enzianwurzel wird mit einer Tasse kaltem Wasser acht Stunden angesetzt. Dann durchseihen, erwärmen und trinken.
Wer den bitteren Tee nicht mag, der kann die Wirkstoffe in Form von Enziantabletten einnehmen.
Bei einem Reizmagen sowie starker Magenübersäuerung eignet sich die Enziankur nicht. Da sollte man besser zur Kamille oder Melisse greifen.

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