Die Mittelohrentzündung ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Kleinkindern. Meist beginnt sie mit Schnupfen und Halsschmerzen, erst später kommen die Beschwerden in den Ohren hinzu. Weil bei einer Erkältung die Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich anschwellen, kann zu wenig Luft in das Mittelohr gelangen. Außerdem können Sekrete nicht mehr abfließen und bleiben im Mittelohr. Das ist ein ideales Lebensmilieu für Keime.
Klagen Kinder über Ohrenschmerzen und Druckgefühl oder greifen sich Säuglinge immer wieder ans Ohr, sollten Eltern einen Kinderarzt zu Rate ziehen. Auslöser einer Mittelohrentzündung sind in etwa 60 Prozent der Fälle Bakterien, in rund 40 Prozent der Fälle Viren. Erhielten früher fast alle Kinder bei Mittelohrentzündungen ein Antibiotikum, ist man heute in der modernen Medizin zurückhaltender und setzt das Mittel nur noch bei komplizierten Fällen ein. Forschungsergebnisse haben dieses Umdenken in Gang gebracht. Eine neue Untersuchung hat ergeben, dass Kinder, die naturheilkundlich behandelt worden sind, nicht länger in Schule und Kindergarten fehlen als diejenigen, die überwiegend Antibiotika bekommen haben. Aber: Eltern bewerten die naturheilkundliche Behandlung als besser verträglich, und die Kinder benötigen weniger Schmerzmittel. Auch in anderen Studien hat sich gezeigt, dass die Antibiotika-Behandlung in vielen Fällen keine Vorteile bringt. So konnte man beobachten, dass Komplikationen bei einer Mittelohrentzündung wie beispielsweise die Ausbreitung der Erreger auf den Schädelknochen oder ein Verlust des Hörvermögens auch durch die Behandlung mit Antibiotika nicht unbedingt verhindert werden können.
Mit abschwellenden Nasentropfen kann man die Belüftung des Mittelohrs fördern und damit den Sekretfluss unterstützen. Tropfen mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wirken entzündungshemmend und immunstärkend. Auch Schmerzzäpfchen lindern gegebenenfalls die Beschwerden. Außerdem hilfreich: Umschläge mit warmen gekochten Kartoffeln bzw. Zwiebeln oder Knoblauch.

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