Yoga – eine Quelle der Kraft

Es wirkt ganzheitlich, fördert die Selbstheilungskräfte – und hat Erfolg bei vielen Erkrankungen, unter denen stressgeplagte Menschen heute leiden: Yoga erlebt derzeit ein gewaltiges Comeback. Zwar gehört es noch nicht zu den anerkannten Heilverfahren, doch auch westliche Schulmediziner erkennen seine Wirksamkeit als alternative Therapie inzwischen an.

Woher kommt Yoga?
Die indische Meditationslehre hat eine fast 5000-jährige Geschichte. Der Begriff Yoga stammt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet etwa „Verbindung“ oder „Vereinigung“. Erste schriftliche Beschreibungen stammen aus der Zeit um etwa 300 vor Christus von dem indischen Philosophen Patanjali. Noch heute orientieren sich alle klassischen Yoga-Lehrbücher an seinen Anweisungen.

Wie funktioniert Yoga?
In seinem Ursprungsland gilt Yoga als Instrument zur Harmonisierung von Körper, Geist und Atmung. Die ganzheitlichen Übungen sollen wieder verbinden, was getrennt oder aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. In Indien dient es neben der körperlichen und geistigen Gesundheit auch dem spirituellen Wachstum und der Bewusstseinserweiterung. Ziel ist es, physische und mentale Kräfte voll ausschöpfen zu können. Regelmäßiges Yoga versetzt den Körper nach und nach in einen Zustand völliger Entspannung. Schlummernde Fähigkeiten werden zu neuem Leben erweckt. Dazu gehören Kreativität, Einfühlungsvermögen und Ausstrahlung. Für die Inder ist der erstrebenswerteste Zustand die Einheit mit dem Selbst, dem kosmischen Bewusstsein. Hört sich ziemlich hochtrabend an, meint aber nichts anderes als den Zustand des wahren Glücks und der Zufriedenheit mit sich selbst und anderen.

Die acht Stufen des indischen Yoga
Das ursprüngliche Yoga nach Patanjali wird auch als „Pfad“ bezeichnet. Er führt über acht Entwicklungsstufen zum Ziel: der Vervollkommnung von Körper und Geist. Angefangen von der Verbesserung der Lebensführung (Stufen 1 und 2) reicht der Weg über aktivierende Körperübungen (Stufen 3 und 4) bis hin zur Entwicklung geistiger und spiritueller Eigenschaften (Stufen 5 bis 8).

Die drei Stufen des westlichen Yoga
Die gängigen westlichen Praktiken, wie auch das bei uns am häufigsten praktizierte Hatha-Yoga, umfassen drei Stufen: Dazu zählen Körperübungen (Asanas), Atemtechniken (Pranayamas) und Meditationstechniken (Dharayanas). Die Asanas lösen Verspannungen und bringen verkürzte Sehnen und Muskeln sanft wieder in ihren ursprüglichen Zustand zurück. Jede Stellung wird ein paar Minuten unter höchster Konzentration beibehalten, dazwischen kurz entspannt. Pranayamas zielen auf einen Zustand der körperlichen und seelischen Harmonie. Als wichtigste Atemtechnik gilt die tiefe Bauchatmung. Bei den Dharayanas, die oft im klassischen Lotossitz (bei Anfängern zunächst im Schneidersitz) durchgeführt werden, konzentriert sich alles auf Atmung und Körper.

Welche Heilwirkung hat Yoga?
Dass die Übungen viel mehr bringen als einen esoterischen Placebo-Effekt, wissen die Inder seit Jahrtausenden. Doch inzwischen müssen sich auch hartnäckige westliche Zweifler überzeugen lassen, dass die fernöstliche Heilkunde viel bewirken kann. Schon um 3000 vor Christus war in Indien die Lehre von den sieben Chakren bekannt – jedes Chakra bezeichnet einen Punkt im Körper mit erhöhter Lebensenergie, von dem aus die Energie in ständiger kreisförmiger Bewegung ausstrahlt. Auffallend ist, dass die sieben Chakren genau der Lage von wichtigen Drüsen und Organen im Inneren unseres Körpers entsprechen, die für unser Wohlbefinden von grundlegender Bedeutung sind. So liegt zum Beispiel das Nabel-Chakra genau auf der Höhe der Bauchspeicheldrüse, das Hals-Chakra findet sich in der Höhe der Schilddrüse, und das Stirn-Chakra verweist auf die Hirnanhangdrüse. Auch Schulmediziner interessieren sich deshalb für Yoga. Mittlerweile bestätigen zahlreiche Studien die Wirksamkeit bei Arthrose, chronischer Bronchitis, Herz-Kreislaufstörungen, Asthma, Neurodermitis oder Muskelverspannungen. Regelmäßig ausgeübtes Yoga kann den Wert des schädlichen LDL-Cholesterins um ein Zehntel senken und ist damit so wirksam wie Medikamente. Ganz aktuell ist eine Studie des Presbyterian Hospitals in New York: Yogaübungen regen auch das Lymphsystem an. Folge: Die Körpersäfte können besser fließen, und das führt zu einer deutlichen Stärkung der Immunkraft. Studien an der Universität Leipzig haben außerdem einen positiven Einfluss auf das Gehirn und den Hormonspiegel nachgewiesen.

Risiken und Nebenwirkungen
Bei all den guten Nachrichten überrascht es fast, dass Yoga nicht ganz ohne Risiken ist. Probleme können bei falschen Bewegungsabläufen oder Gelenkbelastungen auftreten oder wenn man sich am Anfang zu viel zumutet. Bluthochdruckpatienten sollten Kopfstand-Übungen vermeiden, und auch Bandscheiben-Geschädigte können nur die Übungen ausführen, die ihren Rücken nicht weiter in Mitleidenschaft ziehen. Achten Sie immer intensiv auf Ihren Körper. Bei Schmerzen oder Schwierigkeiten sofort aufhören! Wer Yoga regelmäßig praktiziert, kann nach einigen Wochen in ein kleines Stimmungstief fallen. Solche Krisen sind jedoch ein Zeichen von Heilung und Verbesserung. Umfangreiche Informationen über Yoga finden Sie auf der Internetseite www.yoga.de.

Comments are closed.

Impressum
Nutzungsbedingungen