Rotklee ist eine wildwachsende und unempfindliche Wiesenpflanze, wird aber auch als eiweißreiche Futterpflanze in der Landwirtschaft ausgesät. Seine getrockneten oder frischen Blütenköpfe finden Verwendung in der Naturmedizin. Schon im frühen Mittelalter bei Hildegard von Bingen tritt der Rotklee als Heilpflanze in Erscheinung. Seitdem haben sich einige volksmedizinische Anwendungen erhalten.
Innerlich werden die frischen oder getrockneten Blüten bei Atemwegserkrankungen und Keuchhusten angwendet, was auf die krampflösende und schleimlösende Wirkung der in der Pflanze enthaltenen Flavonoide zurückzuführen ist. Äußerlich fördern Gerbstoffe die Wundheilung bei chronischen Hautkrankheiten und Schuppenflechte.
Neu ist der Einsatz von Rotklee-Blattextrakten bei Wechseljahrsbeschwerden. Ähnlich wie bei der Sojabohne und der Lupine, die zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, enthält auch Rotklee besonders viele Phytoöstrogene (Isoflavone), also pflanzliche Hormone. Isoflavone zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, zu denen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zwar noch keine Zufuhrsempfehlungen aufführt, aber eine erhöhte Aufnahme für wünschenswert hält. Phytoöstrogene entfalten im menschlichen Organismus eine schwache östrogene Wirkung. Sie sind in der durchschnittlichen Nahrung von Asiaten (20 – 80 mg) im Vergleich zur westlichen Ernährung (2 – 3 mg) in vielfacher Konzentration enthalten. Gleichzeitig erkranken asiatische Frauen 5mal weniger an Brustkrebs.
Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit wurden und werden häufig mit künstlichen Hormonen in der sogenannten Hormonersatztherapie behandelt. Inzwischen konnte allerdings bei diesen Patientinnen eine Häufung von Herzinfarkt und Brustkrebs beobachtet werden, weswegen alternative Methoden mit sanfteren Wirkstoffen zur Behandlung der klimakterischen Beschwerden in den Blickpunkt der Wissenschaftler rückten. Tatsächlich kann man mit Rotkleeextrakten Wechseljahrsbeschwerden bei sehr guter Verträglichkeit erfolgreich behandeln. Es wird mittlerweile sogar vermutet, dass ihre Einnahme noch sicherer ist und ihre Wirksamkeit besser als bei Soja-Isoflavonen, weil der Rotklee mehr unterschiedliche Phytoöstrogene enthält.

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