Birkenblätter (Betulae folium) können von zwei Birkenarten oder deren Kreuzungen stammen. Bei den beiden Arten handelt es sich um die Hängebirke (Betula pendula), auch Weiß- oder Sandbirke genannt sowie um die Moorbirke (Betula pubescens), auch behaarte Birke oder Besenbirke genannt. Beheimatet ist die Birke in den gemäßigten Teilen Europas.
Die Birke ist ein bis zu 30 m hoher Baum, für den seine weiße Rinde typisch ist, wobei diese sich bei der Hängebirke mit zunehmendem Alter dunkel färbt. Medizinisch werden die Blätter verwendet, wobei die jungen Birkenblätter besonders reich an Wirkstoffen sind. Birkenblätter enthalten Flavonoide, die die Harnmenge erhöhen und die Durchströmung der Harnwege steigern, sodass es zu einer vermehrten Wasserausscheidung kommt. Wichtig ist hierbei, dass auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet wird. Zusätzlich sind in Birkenblättern ätherische Öle, Saponine, Phenylcarbonsäuren und Gerbstoffe enthalten, die eventuell auch an der erwünschten Wirkung beteiligt sisind.
Birkenblätter werden zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß, also kleinen Harnleitersteinen, angewendet. Birkenblätter gelten als besonders gut verträglich für das Nierengewebe. Ferner können sie unterstützend bei rheumatischen Erkrankungen verwendet werden.
Häufig werden Birkenblätter als entwässerndes Arzneimittel (Diuretikum) eingesetzt. Birkenblätter wirken jedoch nur harntreibend. Zwar erhöht sich die Harnmenge insgesamt, aber eine Ausschwemmung von Wasseransammlungen im Gewebe ist nicht möglich.
Birkenblätter können als Tee und Frischpflanzenpresssaft, aber auch als Tabletten und Dragees, die einen Extrakt aus den Blättern enthalten, eingenommen werden. Dabei ist es wichtig, auf reichlich Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter täglich) zu achten, die ein wesentlicher Bestandteil der durchspülenden Therapie ist.
Bei der Einnahme von Birkenblättern kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz oder Hautrötungen kommen. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Birkenpollen und bei Ödemen aufgrund von Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen sollten Birkenblätter nicht verwendet werden. Auch bei einer vorliegenden Schwangerschaft oder in der Stillzeit sollte vor Einnahme ein ärztlicher Rat eingeholt werden. Wegen der harntreibenden Wirkung sollte man während der Behandlung ausreichend Flüssigkeit (keine koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke) zu sich nehmen.

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