Viele Ärzte haben kaum von der Dauerbrause gehört und halten deswegen eine positive Wirkung für weitgehend ausgeschlossen. Sie meinen, dass sehr viele Menschen täglich duschen, aber noch nie eine Wirkung festgestellt haben, wie sie bei der Dauerbrause vorliegen soll. Diese Ansicht ist durchaus richtig, steht jedoch nicht im Gegensatz zu der gegenteiligen Ansicht, dass die Dauerbrause eine sehr wirkungsvolle Hydrotherapie ist.
Die Dauerbrause als medizinische Methode wurde entwickelt von einem jungen Amerikaner namens Parasco, der mithilfe einer mehrstündigen Brause seinen Leistenbruch selbst ausheilen konnte. Auch seine Verwandten und Bekannten stellten ungewöhnliche Verbesserungen ihres Befindens nur durch mehrstündiges ununterbrochenes Duschen fest. Parasco teilte seine Entdeckung einem in New York lebenden deutschen Arzt, Dr. Lust, einem Schüler unseres „Wasserpfarrers“ Sebastian Kneipp mit. Dieser wurde nach anfänglicher Skepsis ein begeisterter Anhänger der neuen Hydrotherapie, die in ihrer Wirkung alle bisher angewandten Methoden deutlich übertraf. In Deutschland wurde dieses Verfahren erst durch die Familie Dorschner bekannt, die 1953 in Dallau im Odenwald wieder mit der Dauerbrause arbeitete, nachdem sie bereits vor dem 2. Weltkrieg im Sudetenland damit hervorragende Ergebnisse erreicht hatte. Das Geheimnis der Behandlungserfolge mit der Dauerbrause liegt sicherlich darin, dass in einer Kombination von warmen, leicht massierendem Wasser, einer dabei mit negativen Ionen angefüllten Luft, einem Wechsel von sanfter Überwärmung und leichter Abkühlung eine Vielzahl von positiven Reizen auf Haut und Nervensystem gesetzt werden. Die Massagewirkung ähnelt einer Lymphdrainage, allerdings täglich eine Stunde lang. Überwärmung und Abkühlung in überaus sanfter Form sind ein intensives Kreislauftraining, allerdings viel schonender als z.B. in der Sauna (die ja auch sehr wertvoll ist). Über die Haut wird durch das lange Brausebad eine tiefgreifende Reinigung ausgelöst, die wahrscheinlich auch die inneren Organe betrifft. Darüber hinaus ist die Dauerbrause sehr angenehm, von fast jedem Patienten in jedem Alter durchführbar und führt bei konsequenter Anwendung im allgemeinen auch zu einem erwünschten Therapieerfolg. Sie wirkt hauptsächlich entschlackend, reinigt damit anscheinend das Bindegewebe und ermöglicht auf diese Weise den inneren Organen Erholung und Verbesserung ihrer Funktion. Denn über das Bindegewebe wird der gesamte Körper ernährt. Blut und Lymphe sind für den Transport der Nährstoffe und den Abtransport des Abfalls zuständig. Das Bindegewebe aber ist der Schlüssel für Gesundheit und Krankheit.
Wahrscheinlich konnte sich die Dauerbrause als bekannte Hydrotherapie wegen ihrer hohen Kosten nicht durchsetzen. Eine einstündige Anwendung verbraucht ca. 750 Liter warmes Wasser. Da nur selten Thermalquellen vorliegen, ist diese Therapie aufgrund der Heiz- und Wasserkosten relativ teuer. Dazu kommen Raum-, Einrichtungs- und Personalkosten.
Die Wirksamkeit der Dauerbrause ist auch schwierig mit wissenschaftlichen Zahlen zu untermauern. So sind es im wesentlichen Erfahrungsberichte, auf die sich Ärzte bisher stützen können. Für Studien fehlt Geld und außerdem werden Patienten auch mit anderen Methoden behandelt, damit sie möglichst bald gesünder werden und ihre Kur ein Erfolg wird. Für Studien wird aber eine weitgehend standardisierte Therapie gefordert, die nicht besonders auf die individuellen Besonderheiten eingeht. Studien könnten Universitätskliniken durchführen. Denn sie hätten das Geld, die Zeit und auch die Pflicht, ernsthaft naturheilkundliche Methoden zu prüfen. Aber dort gibt es kein Interesse und keine Sponsoren aus der Wirtschaft für solche kostensparenden Ideen. So fristen viele interessante Verfahren ein Mauerblümchendasein, unter anderem auch die Dauerbrause.

Quelle: reform rundschau, April 2007, Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen

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