Westliche Pflanzenheilkunde

Die Pflanzenheilkunde ist ein ganzheitliches System, das versucht, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Die Therapeuten behandeln nicht Symptome, sondern versuchen die Ursache zu finden, die das subtile Gleichgewicht des Körpers gestört haben könnte. Dazu gehören auch falsche Ernährung, eine ungesunde Lebensweise oder zuviel Stress. Die Heilmittel sollen den Körper bei dessen Wiederherstellung unterstützen. Die Fähigkeit des Kräuterheilkundlers liegt vor allem darin, zu wissen, welche Pflanze auf welches Körpersystem wirkt.
Erste Hinweise einer medizinischen Anwendung von Pflanzen finden sich schon auf ägyptischen Papyrusrollen von 1500 v. Chr. In Europa wurde die volkstümliche Kräuterheilkunde erst mündlich weiterverbreitet. Zugänglich für alle, die lesen konnten, wurde die Pflanzenheilkunde durch die Erfindung der Druckpresse. In den nächsten 200 Jahren erlebte die Kräutermedizin einen großen Aufschwung, vor allem auch durch Paracelsus, der „Vater der Chemie“, der eine Kräuterheilkunde nach genauer Beobachtung und mit exakter Dosierung entwickelte.
Pflanzliche Heilmittel werden aus Teilen der ganzen Pflanze hergestellt. Dies gewährleistet eine komplexe Mischung aller aktiven Bestandteile, die die medizinische Wirkung einer Pflanze ausmachen. Die Kräuterkundler gehen davon aus, dass diese Mischung eine Synergie schafft, weil die therapeutische Wirkung der kombinierten Bestandteile größer ist, als wenn sie nur einzeln verwendet würden wie in der Herstellung pharmazeutischer Produkte. Nachweise für die Wirksamkeit der Pflanzenheilkunde finden sich immer mehr und sind inzwischen so sicher wie die der herkömmlichen Medikamente. In Europa und Australien ist es Vorschrift, die Wirksamkeit der Pflanzenprodukte erst wissenschaftlich zu prüfen, bevor sie als Arzneimittel zugelassen werden.

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