Stimmtherapie

Die Aufgabe der Stimmtherapie ist die Diagnose und Behandlung von Stimmstörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Ziel der Stimmtherapie ist der Spannungsausgleich von Atemdruck, Stimmbandtätigkeit und Artikulation. Dadurch können Störungsbilder erfolgreich behoben werden, wie beispielsweise rasche Ermüdung beim Sprechen, Heiserkeit, Druckgefühl und Schmerzen im Kehlkopfbereich, das Gefühl von Atemnot beim Sprechen, organische Dysphonien (Stimmbandknötchen, -lähmung) und funktionelle Dysphonien.

Die Inhalte und Ziele einer Stimmtherapie gliedern sich in folgende Bereiche auf:  

Körperwahrnehmung und Körperhaltung:
Verspannungen und eine unökonomische Haltung wirken sich negativ auf die Stimme aus, d.h. eine zu starre Haltung oder Muskelverspannungen münden letztlich in die Kehlkopfmuskulatur und behindern das freie Schwingen der Stimmlippen. Im Bereich Körperwahrnehmung und Körperhaltung geht es deshalb um Übungen zur gesamtkörperlichen Entspannung sowie um die Lockerung der Gesichts-, Kopf- und Nackenmuskulatur.

Atmung:
Da der Ausatemstrom die Stimmlippen beim Sprechen und Singen in Schwingung versetzt, ist der Bereich Atmung in der Stimmtherapie von großer Bedeutung. Bei Stimmerkrankten zeigt sich häufig eine zu flache und hohe Atmung in Verbindung mit hoher Sprechgeschwindigkeit und fehlenden Atempausen. Hierauf wird in der Stimmtherapie insbesondere eingegangen durch Übungen zur Atemwahrnehmung, durch das Anbahnen einer ökonomischen Brust-/Bauchatmung und durch die Stimulation der Atemmuskulatur, damit der Erkrankte wieder zurück in seinen natürlichen Atemrhythmus finden kann.

Stimme und Artikulation:
Durch Gespräche zum Thema „Stimmhygiene“ werden zunächst stimmschädigende Verhaltensweisen wie Rauchen und Trinken bewusst gemacht und stimmschonende Verhaltensweisen eingeübt. In der Stimmarbeit selbst geht es darum, ein neues und ökonomisches Stimmgebungsverhalten anzubahnen fernab von Druck und körperlicher Kraftanstrengung. Spezielle Stimmübungen und -methoden verhelfen der Stimme wieder zu Klangfülle, Kraft und Tragfähigkeit.

Persönlichkeit:
Stimme und stimmlicher Ausdruck haben immer auch mit unserer Persönlichkeit zu tun. So können Stimmsymptome wie Heiserkeit, Brüchigkeit der Stimme oder ein vollständiger Stimmverlust Ausdruck psychisch-seelischer Belastungen sein (Stimme = Stimmung). Die Symptome können hierbei stark variieren, je nachdem, in welcher Situation der Stimmerkrankte sich befindet oder mit welchen Personen er kommuniziert.
Ganz generell kann man sagen, dass eine Stimmerkrankung eine Auseinandersetzung mit dem persönlichen Lebensdruck erforderlich macht. Dieser Lebensdruck kann sich in beruflichem oder privatem Stress äußern, in emotionalen Belastungssituationen oder in unbewussten und damit unverarbeiteten Konflikten.  
Treten diese Konflikte in der Stimmtherapie auf, kann man z.B. durch Stimmübungen versuchen, den aufkommenden Emotionen stimmlichen Ausdruck zu verleihen. Durch Gespräche mit dem Stimmtherapeuten lernt der Stimmerkrankte einen bewussteren Umgang mit seiner Stimme, und er erkennt die ursächlichen und verstärkenden Faktoren seiner Stimmstörung.

Transfer in den Alltag:
Im Therapiebereich „Transfer“ geht es darum, die erreichten Therapieziele zu stabilisieren und in die Alltags- und Berufssituation zu übertragen.

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