Tanztherapie

Tanztherapie ist eine integrationsfördernde psychotherapeutische Methode, die bei der Behebung von psychischen und psychosomatischen Störungen und in angrenzenden Bereichen präventiv, entwicklungsfördernd und stützend angewandt wird. Ihre Mittel sind die Improvisation, die Gestaltung und auch strukturierte Übungen. Mit Tanz ist hier nicht das Einüben von festen Schrittkombinationen gemeint, sondern freie, spontane Bewegungen ohne Norm und Leistungsanspruch.

Tanztherapie dient der Förderung der Körperwahrnehmung, der Verbesserung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, der Erweiterung der Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten und der Aufarbeitung von Konflikten. Im Tanz und in der Bewegung kommt der Patient mit bewussten und unbewussten Anteilen seiner Persönlichkeit in Kontakt. In nonverbalen Prozessen spiegelt sich Alltagsgeschehen; spielerisch können alternative Handlungsmöglichkeiten ausprobiert werden.

In der Tanztherapie gibt es eine Reihe unterschiedlicher Ansätze, die nachfolgend aufgeführt werden.

Biodanza
Biodanza bedeutet „Tanz des Lebens“ und wurde vor 40 Jahren von dem südamerikanischen Anthropologen und Psychologen Rolando Toro in Santiago de Chile/Lateinamerika entwickelt. Biodanza ist eine Technik des persönlichen Wachstums. Diese unterstützt den Ausdruck der eigenen Potenziale in Situationen des Erlebens bei Bewegung zu Musik in der Gruppe. Biodanza i st wirksam gegen Stress, fördert eine optimistische Lebenseinstellung und stärkt Selbstbewusstsein und Immunsystem.

Tanz-Sozialtherapie
Ausgangs- und Zielpunkt der Tanz-Sozialtherapie ist immer das Hier und Jetzt, der lebendige Augenblick. Die gegenwärtigen Empfindungen, Gedanken, Phantasien und Wahrnehmungen sind die Grundlage für Erkundungen und spielerische Experimente. Es wird viel Wert auf die Steigerung der Kreativität gelegt, ausgehend von einer fundierten Selbstwahrnehmung. Auch hier steht das freie Tanzen, die spontane Bewegung, die eventuell durch Musik hervorgelockt oder unterstützt wird, im Mittelpunkt. Die Tanz-Sozialtherapie setzt beim Vorhandenen an. Probleme werden nicht vertieft und erkundet, sondern vorhandene Ressourcen erweitert. Diese neuen Erfahrungen helfen, Schwierigkeiten in neuer, vielleicht origineller Weise, zu begegnen.

DanseVita
DanseVita wurde Ende der 80er Jahre von dem Sportwissenschaftler und Psychotherapeuten Matthias Hotz entwickelt. Diese tanz- und bewegungstherapeutische Methode basiert auf der humanistischen Psychologie sowie dem Studium archaischer Tanzformen, Ritualen, Musik und körperorientierten Methoden der Persönlichkeitsbildung. Im Zentrum dieser Methode steht die zwischenmenschliche Begegnung, die mit der emotionalen Botschaft von Musik und Tanz verbunden wird. Dabei ist der Fokus auf das Gesunde, auf das Positive gerichtet. DanseVita verbindet auf einer tiefen nonverbalen Ebene die Menschen und führt zu mehr Wertschätzung und Achtung der eigenen Person, ja dem Leben als solches. Ein/e DanseVita-Lehrer/in versucht mit Hilfe verschiedener Übungen, in Verbindung mit Musik, die Möglichkeit zu bieten, wieder mehr Kontakt zu der uns innewohnenden Lebendigkeit und grundlegenden Liebe für das Leben zu erlangen. Die Musik wirkt dabei wie ein emotionales Transportmedium. Von daher setzt ein/e DanseVita-Lehrer/in sehr unterschiedliche, der Situation entsprechende Musik ein, wie z. B. Klassik, Pop, Ethno, Meditationsmusik, Techno, Jazz usw.

animoVida
animoVida ist ein von Egbert Griebeling entwickeltes tanztherapeutisches Konzept, das sich von anderen Tanztherapien deutlich abhebt. animoVida wendet nicht nur Tanz an, sondern u. a. auch verschiedene Meditations- und Massagetechniken, Entspannungs- und Atemübungen. animoVida lässt sich mit „Mut fassen zum Leben“ übersetzen. Im Zentrum dieser Methode steht die zwischenmenschliche Begegnung, die mit der emotionalen Botschaft von Musik und Tanz verbunden wird. Bei animoVida wird unter Tanz jegliche innere wie äußere Bewegung verstanden. Das Konzept fördert die Wahrnehmung, stimuliert die Kreativität, erweckt die Sinnlichkeit, stärkt die Identität sowie das Selbstwertgefühl und öffnet einen Raum für heilsame Wandlungen. Damit können destruktive Verhaltensweisen abgelegt, und eine respektvollere Einstellung, mehr Wertschätzung und Achtung für die eigene Person, andere Menschen und dem Leben als solchem aufgebaut werden.

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