Aromatherapie

Ziel der Aromatherapie ist es, durch Düfte Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen zu lindern. Die dazu verwendeten ätherischen Öle werden aus den Blättern, Blüten, Samen, Früchten, Zweigen und Wurzeln von Pflanzen gewonnen, meist durch Wasserdampfdestillation. 

Bei der Aromatherapie, die schon seit ca. 5000 Jahren existiert, wird vor allem von der Annahme ausgegangen, dass über das Riechzentrum und das limbische System im Gehirn Gefühle und Stimmung und damit das allgemeine Wohlbefinden beeinflusst werden können. Vor allem der Komplementärmedizin gegenüber aufgeschlossene Therapeuten und Ärzte arbeiten teilweise mit der Aromatherapie. Die ausgesuchten Öle werden vorzugsweise in Duftlampen verdampft oder über Wasserdampf inhaliert, darüber hinaus eingerieben, als Kompressen aufgelegt, Bädern beigemischt, als Gurgellösung verwendet oder eingenommen. Die Wirkungsweise der Öle reicht von aktivierend (z. B. Rosmarin), desinfizierend (z. B. Nelke) bis immunstärkend (z. B. Teebaum) oder schmerzstillend (z. B. Kamille).

Die Qualität der angebotenen ätherischen Öle schwankt stark und ist vom Konsumenten nur schwer zu erkennen. Wegen der weltweit steigenden Nachfrage werden mittlerweile 80 Prozent aller verkauften Aromaöle synthetisch produziert. Öle, die im Labor hergestellt werden, bezeichnet man als Duftöle. Während ätherische Öle aus Pflanzen bis zu 300 verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, die alle unterschiedliche Wirkungen haben, werden bei Duftölen nur einige wenige – vor allem jene, die für den Geruch verantwortlich sind – künstlich hergestellt und zusammengemischt.

Obwohl ätherische Öle Naturprodukte sind, können sie auch Schaden anrichten. Wichtig ist, Aromaöle nie unverdünnt einzunehmen oder direkt auf die Haut aufzutragen, weil Verätzungen der Schleimhäute oder allergische Reaktionen auftreten können. In Westeuropa leiden bereits acht Prozent der Bevölkerung an Duftstoff-Allergien, meist ausgelöst durch synthetische Duft- und Zusatzstoffe in Parfüms und Waschmitteln. Die Qualität der Öle, die in Apotheken angeboten werden, ist meist besser als jene aus Supermärkten. Aber auch bei guten Ölen kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen, Bergamotteöl etwa löst bei Lichteinfluss Hautentzündungen aus.

Einen positiven Effekt haben ätherische Öle bei der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen. Die Aromatherapie kann harmonisierend, entspannend, stimmungsaufhellend und anregend wirken. Anwendung findet sie vor allem bei schlechter Laune, Nervosität oder Schlafstörungen, sie wird aber auch zur Stärkung der Abwehrkräfte und zum Desinfizieren der Raumluft verwendet. Wirksamkeitsstudien existieren erst für einen geringen Teil der Duftstoffe. Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Duftstoffe auf das Zentralnervensystem wirken und über das psychische Wohlbefinden vor allem einen entspannenden Effekt erzielen.

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