Zusammenhang Muskulatur und Wirbelsäule
Unsere Wirbelsäule besteht nur aus Knochen. Kein Wirbelkörper hat eigene Nerven, die eine Verschiebung bewirken könnten. Allein die Muskulatur hält unser Kreuz gerade oder schief. Die Muskulatur ist mit feinsten Nervenverästelungen durchzogen, vom Kopf bis in die Peripherie. Eine Anspannung bzw. Verspannung setzt sich fort vom Kopf über die Rückenmuskulatur bis in Arme und Beine.

Die Muskelverspannung allein führt in Folge zu (oft nur minimalen) Wirbelfehlstellungen, beginnend mit der Halsmuskulatur über dem Atlas, dem ersten Halswirbel. („Atlas trägt die Welt, wenn er sie richtig hält“, bekannt aus der griech. Mythologie). Den Atlas kann man sich vorstellen wie den Kopf einer Hängebrücke. Steht er schief, hängt die ganze Hängebrücke schief, also unsere Wirbelsäule hinunter bis zum Becken. Außerdem ruht auf diesem ersten Halswirbel der Schädel, der ca. sieben bis acht Kilogramm wiegt, mit unserer Steuerzentrale, dem Gehirn.

Die Regenerationskräfte unseres Körpers sind im Kopf gestaut, wenn der Atlas schief steht, d.h. er ist durch die verspannte Halsmuskulatur leicht nach links oder rechts verschoben. Man weiß seit langem aus der Stressforschung (Frederic Vester, „Phänomen Streß“, dtv 1976), dass die Muskulatur im Hals-Nacken-Bereich immer zuerst anspannt bzw. verspannt. Warum? Das gesamte Muskelsystem beginnt, entspringt sozusagen mit der Halsmuskulatur am Kopf. Auch Stürze auf das Steißbein können Verschiebungen (vertebrale Subluxationen) bis zum Atlas auslösen. Wie beim Dominoeffekt ist immer die ganze Wirbelsäule betroffen.

Der amerikanische Physiker Dr. Sue von der Universität Colorado hat im Jahr 1978 an einem Kaninchen nachgewiesen, dass schon ein ganz minimaler Druck (30 mm Quecksilbersäule, ca. das Gewicht eines halben Zuckerwürfels) genügt, um die Nervenimpulse vom Gehirn zu einem Körperteil um 50 % zu vermindern (vgl.: die Atmosphäre hat einen Druck von 760 mm Quecksilbersäule). So wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass ein Nerv, der zwei Stunden in seiner Leistung eingeschränkt, also gedrückt ist, toxische Substanzen produziert die wiederum schädlich auf den Organismus wirken. Damit wird deutlich, dass eine Krankheit, sogar eine Infektionskrankheit, nicht nur von außen kommt, sondern auch von innen, wenn die Widerstandsfähigkeit des Körpers nicht mehr voll gewährleistet ist. Viren und Bakterien stürzen sich nur auf geschwächte, kranke Zellen.

Die uns angeborene, innere Intelligenz, auch „Innate“ (engl.) genannt, ermöglicht dem Menschen alles, was er vorhat, zu realisieren. Sie lässt z.B. den Körper Energie aus Licht und Nahrungsmitteln ziehen und setzt sie zu seinem Nutzen ein. „Innate“ läßt uns leben, „Innate“ alleine heilt den Menschen. Sie ist der in jedem von uns selbst wohnende Arzt, ist ganz einfach ausgedrückt, unsere Selbstheilungskraft. Diese ist allerdings nur dann in der Lage uns zu erhalten und zu „reparieren“, wenn Muskelverspannungen, die zu Wirbelfehlstellungen und Bandscheibenschäden führen, vermieden werden. Doch dies zu vermeiden ist leichter gesagt, als getan. Niemand von uns lebt in einem Glashaus und kann den ganzen Tag seinen Rücken (und „Nervenkostüm“) schonen.

Stellen wir uns einen Gebirgsbach vor, der für grüne Wiesen und Blumen sorgt. Verschüttet ein Erdrutsch diesen Bach, welken die Blumen, vertrocknen die Wiesen. Der Vitalogist räumt die Steine weg, damit der Bach wieder fließen kann. Die Wiesen und die Blumen wachsen zwar nicht schon morgen wieder, doch nach einer Woche ist das erste Grün zu sehen…

Die klassische Vitalogie, entwickelt und 1981 begründet durch Dr. Peter Huggler (†1996) verzichtet auf Medikamente, Injektionen, Infusionen und medizinische Hilfsmittel, auf Eingriffe in den Organismus und manipuliert keine Wirbelkörper, wie in der Chiropraktik üblich. Für diese ganzheitliche effektive Wirbelsäulentherapie werden die Selbstheilungskräfte des Körpers einzig über das Zentrale Nervensystem gefordert und aktiviert.

Ursachen von chronischen Muskelverspannungen/ -verkrampfungen:

mechanische Ursachen
psychische Ursachen.
Auslöser, wie z.B.
Traumatische Ereignisse wie Stürze, Unfälle, Schockerlebnisse, Verletzungen, OP, Trauer, Kummer, Trennung/ Verlust von Angehörigen, dauernde zwischenmenschliche Spannungen, negatives Arbeitsumfeld, Bewegungsmangel und Reizüberflutung (durch z.B. Werbung, Fernsehen, Computerspiele, EDV-Arbeitsplatz, Internet- , handy- und Telefoniersucht, Lärmbelastung), ständige körperliche oder seelische Überforderung.

Folge von Wirbelfehlstellungen und Nervkompressionen sind Fehlhaltung und einseitige Abnutzung des gesamten Bewegungsapparates, d.h. die schmerzenden Knochen, Gelenkflächen und Bandscheiben sind nicht Ursache der Beschwerden. Sie sind in Konsequenz nur die Leidtragenden von dauerhaften, also chronischen Muskelblockaden.

Häufig liegen hier die Ursachen von

• Kopfschmerz, Migräne
• Kiefergelenkschmerzen
• Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
• Vegetative Störungen
• Motorische Entwicklungsstörungen bei Kindern
• Schulter-Arm-Schmerzen, „Kalkschulter“
• Engegefühl beim Atmen und Stechen im Brustraum
• „Tennis“-arm
• Carpaltunnel-Syndrom (taube Finger)
• Sehnenreizungen, Sehnenscheidenentzündungen
Arthrose (Gelenkdegeneration)
• Empfindungsstörungen in Armen, Händen, Beinen
• Durchblutungsstörungen
• Bewegungseinschränkungen, Steifigkeitsgefühl
• Bandscheibenvorwölbungen und –vorfälle
• Hüft- und/ oder Kniegelenksschmerzen
• Steißbeinschmerzen
• nächtliche Muskelkrämpfe (häufig kein Elektrolytemangel als Ursache)
• nächtliches Zähneknirschen
• postoperative Beschwerden
Auch organische Beschwerden können hieraus resultieren. Dies ist ein Degenerationsprozess, der sich oft über viele Jahre erstreckt.

Der Beintest
Ein Muskel im entspannten Zustand ist länger und flacher, im angespannten Zustand verkürzt und dicker.

Die Große Rückenmuskulatur ist für die Behandlung zweitrangig. Wichtig ist die Entspannung der kleinen Muskulatur zwischen den Wirbelkörpern, die letztendlich den Beckenschiefstand hervorrufen. Hier verordnet der Orthopäde nicht selten Einlagen für die Schuhe oder Absatzerhöhungen, die diesen Schiefstand jedoch auf Dauer fixieren.

Vor der Behandlung wird zur Beurteilung der vorliegenden Muskelblockaden und Wirbelfehlstellungen ein Beinlängenvergleich durchgeführt, um eine Skoliose und Beckenschiefstand feststellen zu können. Dieser Beckenschiefstand ist eine Folge auch minimaler Wirbelfehlstellungen. Diese können bereits Spinalnerveinengungen verursachen, welche durch radiologische Diagnostik ebenso wenig feststellbar sind, wie die dafür verantwortlichen einseitigen Muskelverkürzungen zwischen den Wirbelkörpern und entlang der Wirbelsäule.

Impulsauslösung
Der als Vitalogist arbeitende Heilpraktiker verzichtet ganz auf Medikamente. Er verhilft seinem Patienten auch ohne sie zu einem besseren Wohlbefinden. Er veranlaßt den Körper durch die sanfte Auslösung eines Reflexes, spontan die Muskelverspannungen entlang der gesamten Wirbelsäule zu lösen. Dabei erfolgt die Auslösung eines Berührungsreizes (energetischer Impuls) auf der Haut über dem Muskeltonus über dem ersten Halswirbel (Atlas).

Dadurch wird die sogenannte „sensomotorische Amnesie“ beseitigt, d.h. das Gehirn wird veranlasst, selbsttätig reflektorisch alle Blockaden entlang der ganzen Wirbelsäule zu lösen und so wieder in das harmonische Gleichgewicht von natürlicher Anspannung und Entspannung zurückzufinden.

Sensomotorische Amnesie = chronische Muskelanspannung
(mangelndes Erinnerungsvermögen des sensomotorischen Systems)

Wichtige Anmerkung: hierbei erfolgt keine Manipulation am ersten Halswirbel (Atlas)!

Der Vitalogist bedient sich bei dieser Technik des physikalischen Gesetzes nach Newton:

„ Eine minimale Kraft, ausgelöst in hoher Geschwindigkeit in einem Fall, multipliziert sich proportional zum Fall und der ausgelösten Geschwindigkeit“.

Behandlungsdauer
Bei einer regelmäßigen Behandlung mit dieser völlig schmerzlosen energetischen Methode unterstützt der Vitalogist die Selbstheilungskräfte in uns und damit unsere Gesundheit.

Eine Muskelverspannung besteht meist schon seit Jahren und in der Regel ist die Wiederherstellung der Statik nicht mit einer einzigen Anwendung dauerhaft zu erreichen. Der gesamte Muskel- und Bänderapparat hat sich an diese Stellung angepaßt und wird am Anfang der Behandlungsserie die Wirbel und Gelenke wieder in die gewohnte Lage zurückziehen. Da mit jeder Anwendung durch den Reflex über das ZNS immer nur die Muskulatur stimuliert wird, sollte der Vitalogist am Anfang in kurzen Abständen hintereinander aufgesucht werden, um eine andauernde Entspannung und Stabilisierung der Muskulatur un damit Druckbefreiung des Rückenmarks zu erreichen.

Erfahrungswert:
Ca. 3x in der ersten Woche, dann 2x pro Woche. Diese Intensivbehandlung umfasst nur ca. 6 bis 8 Behandlungen. Je nach körperlicher Verfassung und Dauer der Muskelverspannungen kann man die Behandlungsintervalle kontinuierlich verlängern. Dies ist aber von Mensch zu Mensch verschieden, allgemeine Richtlinien gibt es hier nicht.

Interessanterweise speichert das ZNS die Anwendung über Jahre. D.h., dass selbst nach Monaten oder gar Jahren bei erneuten Beschwerden nur zwei bis drei „Auffrischungsbehandlungen“ ausreichen, um schnelle Beschwerdefreiheit zu erreichen.

In meiner Praxis hat sich selbst bei MS, Morbus Bechterew und Fibromyalgie eine deutliche Linderung der Symptome erreichen lassen sowie noch deutliche Fortschritte nach abgeschlossener Reha-Maßnahme bei Schalganfall-Patienten.

Juristische Betrachtung
Die angewandte Behandlungsmethode Vitalogie ist nach einhelliger Rechtsauffassung der Aufsichtsbehörden der Länder (Sozialministerien und Gesundheitsämter) Ausübung der Heilkunde im Sinne des Heilpraktikergesetzes (HPG) und bedarf deshalb der Erlaubnis nach § 1 HPG.

Die vorgenannte Rechtsauffassung wurde in einem mir vorliegenden Schriftwechsel mit dem Gesundheitsamt Saarbrücken vom 14.01.1998 und der Zentralstelle für Gesundheitsberufe in Homburg als Behörde des Ministeriums für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales des Saarlandes vom 05.06.1998 bestätigt.

Eine juristische Bewertung der Methode Vitalogie von anerkannter institutioneller Seite (Institut für Rechtsmedizin Marburg) kommt auch zu diesem Ergebnis, auf das sich die Aufsichtsbehörden stützen.

Der Begriff Vitalogie ist auch definiert im Pschyrembel Naturheilkunde (de Gruyter, 2. Auflage, 2000).

Kostenübernahme durch die Private Krankenversicherung (PKV)
Das Honorar pro Behandlung schwankt von Region zu Region sehr stark und bewegt sich meist zwischen 25 und 60 Euro. Die Erstbehandlung dauert länger durch Befunderhebung und Aufklärungsgespräch und ist daher oft teurer als die Folgebehandlungen.

Das Gebürenverzeichnis für Heilpraktiker 1985 ist keine verbindlich anerkannte GebührenOrdnung. Als reines Verzeichnis ist es nur Orientierungshilfe mit Richtwertcharakter. Es spiegelt den Leistungskatalog der in 1985 anerkannten Naturheilverfahren wider. Die Höhe des dort aufgeführten Honorars ist immer noch unverändert auf der Erhebungsbasis des Jahres 1983 (!). Aktualisierungen bezüglich des Leistungskataloges als auch der Honorarhöhe sind seither leider nicht durchgeführt worden. Eine entsprechende GebüH-Ziffer für die Behandlungsmethode Vitalogie existiert nicht. Eine Kostenübernahme durch die PKV ist daher nicht selbstverständlich ist.

Erstattungspraxis einiger Versicherer:
Durch meine langjährige Erfahrung mit der PKV werden zum Teil gar keine Kosten übernommen, zum Teil bis zu 80% und bei einigen (erfreulicherweise mit steigender Tendenz) die vollen Kosten.

In Einzelfällen wird auch ein Krankheitsbericht vom Versicherer verlangt, so dass die Kosten für die Intensivbehandlung (i.d.R. acht Behandlungen) und spätere Auffrischungsbehandlungen in vollem Umfang übernommen werden. Dies insbesondere dann, wenn der Patient bereits hohe Behandlungskosten mit konventionellen Therapien oder gar Klinikaufenthalten in der Vergangenheit verursacht hat.

Behandlungsleistungen, die nicht im Verzeichnis enthalten sind, können laut „Allgemeine Grundsätze“ V., Satz 2 des GebüH1985 „entsprechend einer gleichwertigen oder ähnlichen Leistung“ berechnet und erstattet werden.

Akzeptiert wird von einigen Versicherern der Ansatz der Abrechnungsziffer Pos. 18.2 („heilmagnetische Spezialbehandlung“), erstattungsfähiger Höchstbetrag 26,-€. Argument: Bei der Vitalogie handelt es sich nicht um eine mechanische, sondern um eine rein energetische bzw. heilmagnetische Behandlung, die mit den Händen des Behandlers ausgeübt wird („gezielter Griff“). Er überträgt dem Patienten Lebensenergie und erzielt somit eine heiltherapeutische Wirkung, die den ganzen Körper durchströmt.

Alternativ wird häufig anerkannt Pos. 34.2 (A) als Analogziffer „gezielter chiropraktischer Eingriff“, erstattungsfähiger Höchstbetrag 19,- €.

Diese Erstattungsmöglichkeit hängt vom individuellen Versicherungsvertrag des Patienten ab und wird von Versicherung zu Versicherung sehr unterschiedlich gehandhabt.

Eine Klärung der Kostenübernahme für Vitalogie kann der Patient daher nur selbst mit seiner Versicherung abklären.

Verfasser dieses Artikels:
Alexander Hilms (Jahrgang 1962, vormals tätig als Dipl. Betriebswirt, Revision und Treuhandwesen), Heilpraktiker in Saarbrücken, betreibt seit Anfang 1997 eine Schwerpunktpraxis für Vitalogie (ausgebildet 1995/96 durch Dr. Peter Huggler, Akademie der Vitalogie AG Sierre, Schweiz).

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