Arabische Medizin

Bereits im 10. Jahrhundert stand in den arabischen Kulturen die Einheit von Körper und Geist im Mittelpunkt der dort angewandten ganzheitlichen Methoden.

Die verschiedenen, Jahrhunderte alten und sehr umfangreichen orientalischen Werke umfassen medizinisches Wissen über Physiologie, Pathologie, Therapie und Kasuistik, Anatomie, Chirurgie, Toxikologie, Phytologie, Narkose, Ernährung, Hygiene, Parasitologie etc.

Avicenna ist der lateinisierte Name des persischen Mediziners Abu Ali al-Husain ibn Sina-e Balkhi (persisch: Ibn Sina), der im arabisch-islamischen Mittelalter umfangreiches medizinisches Wissen praktizierte, lehrte und veröffentlichte und der westlichen Medizin mit seinen Erkenntnissen schon weit voraus war. Nach Überlieferungen zeigte er bereits im Kindesalter überdurchschnittliche Intelligenz und Begabung und war mit 18 Jahren ein anerkannter Mediziner.

In seinen Werken finden sich umfassende Krankheitsbeschreibungen, die u.a. durch etliche empirische Beobachtungen entstanden sind, Rezeptsammlungen, Heilpflanzenwissen etc. Einiger seiner Abhandlungen über die Wirkungen des Weihrauchs wurde in der heutigen Zeit nachgewiesen.

Avicennas Kanon der Medizin (Qanun al-Tibb) ist sein größtes, berühmtestes und wichtigstes Werk und blieb bis ins 17. Jahrhundert in Europa eines der Hauptwerke medizinischer Wissenschaft. Es vereint griechische, römische und arabische Ansätze und Gedanken der Medizin. Avicenna ist die Lehrfigur in dem Bestseller Der Medicus (Noah Gordon) und die Hauptfigur im historischen Roman Die Straße nach Isfahan (Gilbert Sinoué). In der Halle der medizinischen Fakultät der Universität von Paris ist sein Porträt zu finden.

Weitere bekannte Mediziner der orientlaischen Kulturen sind Rhases (Abu Bakr Muhammad bin Zakariya al Razi), Abulcasis (Abul Qasim-Halaf ibn al Abbas az Zahrawi), Ibn al Baitar, Ibn an Nafis, Avenzoar, Averroes, Maimonides.

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