Entspannungstherapien

Die fünf Tibeter

Die fünf Tibeter stammen vermutlich aus dem tibetanischen Hochland und dienen zur Anregung und Harmonisierung der Körper-Energiezentren (Chakren). Die regelmäßige und dauerhafte Ausübung der fünf Tibeter soll durch die positive Wirkung  auf Körper und Seele ein gesundes und langes Leben fördern. Grundgedanke ist, dass der harmonische Fluss der Lebensenergie das Fundament für Lebenskraft, ganzheitlichem Wohlbefinden, Klarheit und Kreativität darstellt. Dieser Fluss wird durch die fünf Tibeter aktiviert; der Mensch wird zu seinem Kern geführt und geöffnet für einen bewussten und gesunden Umgang mit seiner Mitwelt.

Es handelt sich um fünf Übungen, jeweils eine Kombination aus Bewegung, Atemtechnik und geistiger Achtsamkeit. Das Pensum steigert sich von drei Wiederholungen (Anfänger) bis zu 21 (Fortgeschrittene).

Tai Chi Chuan

Tai Chi oder chinesisches Schattenboxen ist eine der „inneren Kampfkünsten“ (in enger Verbindung mit dem Daoismus stehende Kampfkunst) aus China. Diese basieren auf der Idee, dass Hartes durch Weiches besiegt werden kann, weil es diesem keinen Widerstand entgegensetzt. Dafür werden bei den anfangs sehr langsam praktizierten Übungen folgende Prinzipien angewandt:
·    Ausführung der Bewegungen soll fließend, bewusst und entspannt geschehen
·    Genauere Wahrnehmung des Körpers bei fortschreitender Übung
·    Stete Bewusstheit und Aufmerksamkeit des Geistes
·    Natürliches Reagieren des Geistes, keine Versteifung auf bestimmte Handlungen oder Reaktionen
Tai Chi dient der Erhaltung der Gesundheit und der körperlichen und geistigen Erholung. Der Sinn besteht unter anderem darin, Energieblockaden zu lösen durch die positive Aktivierung der Meridiane. Es gibt verschiedene Formen, wie etwa die Peking-Form, die jeweils aus genauen Bewegungsabläufen vieler aneinander gereihter Einzelbewegungen bestehen. Neben den waffenlosen Stilen gibt es auch zahlreiche Waffen- oder Geräteformen, die ausgeübt werden mit dem Fächer, dem Schwert, dem Säbel, dem Stock u.v.m. Am weitesten verbreitet sind  Soloformen, doch gibt es auch Partnerübungen.

Unter den zahlreichen Formen des Tai Chi befinden sich sanfte bis eher kämpferische Stile – somit erfreut sich diese Kampfkunst bei jung und alt. Alle Formen und Stile dienen der Meditation und der Vereinigung von Körper, Geist und Seele. Optimale Voraussetzungen sind natürlich Disziplin und anfangs eine tägliche Übungsdauer von 20-30 Minuten.

Die Übungen, oft auch in Kombination mit Qigong, helfen u.a. gezielt bei Haltungsproblemen, Stress, Konzentrationsstörungen, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Tinitusbeschwerden, etc. Tai Chi hat erwiesenermaßen auf den gesamten Organismus eine positive Wirkung.
Akupunktur, Heilkräutermedizin, Tai Chi und Qigong sind die wichtigsten Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).


Qigong

Unter Qigong versteht man kombinierte Körper- und Bewegungsübungen, Atem-, Konzentrations- und Meditationsübungen. Sie dienen der Anreicherung und der Harmonisierung des Qi, der Kultivierung von Körper und Geist, und der Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes des Körpers. Es gibt zahlreiche und unterschiedliche Richtungen des Qigong, die durch Einflüsse der klassischen Chinesischen Medizin, des Daoismus, des Buddhismus und den Kampfkünsten entstanden sind. Zum Teil stehen die Stilarten unter dem Einfluss ganz neuer Entwicklungen, basieren jedoch allgemein auf den Jahrtausende alten Traditionen.

Qigong erhält und stärkt die Gesundheit, das Wohlbefinden, das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte, die Beweglichkeit und lindert Beschwerden. Die Übungen wirken sich positiv auf das gesamte Nervensystem aus, die Entspannungsfähigkeit, Rückenbeschwerden, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Rheuma etc. Qigong verbessert die Stimmungslage und fördert die Selbstwahrnehmung.

Shiatsu

Im Shiatsu wird davon ausgegangen, dass der Körper durchzogen ist von Energiebahnen (Meridianen), in denen die Lebensenergie fließt. Ähnlich der Akupunkturpunkte gibt es auch hier Energiepunkte, bahnen und zonen. Durch Diagnoseverfahren werden diese erkannt, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen. Shiatsu ist eine Körperarbeit, die durch ihre energetische Wirkung den Körper, den Geist und die Seele des Menschen positiv beeinflusst. Durch die Shiatsu-Massage werden Impulse gesetzt, die einen ausgeglichenen Energiezustand bewirken, Blockaden lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

Shiatsu gilt als ganzheitliche Therapieform und wird unter anderem eingesetzt, um die Auswirkungen von Hektik, Stress und Lärm abzufangen und Gesundheitsstörungen vorzubeugen. Die Abwehrkräfte werden gestärkt, die Stoffwechselvorgänge und die Durchblutung werden angeregt. Shiatsu unterstützt die Organfunktionen, die Muskelelastizität, lindert Schmerzzustände u.v.m.

Yoga

Yoga ist eine philosophische Lehre und ein Selbsterfahrungssystem aus Indien, das sich auch mit „Lebenswissenschaft“ übersetzen lässt. Die Ursprünge sind schwer nachzuvollziehen, gehen aber bis etwa in das Jahr 2500 v. Chr. zurück und entstammen möglicherweise dem Hinduismus. Es gibt viele verschiedene Arten des Yoga, jedoch haben alle das Ziel, zu Harmonie und innerer Gelassenheit zu führen, ursprünglich somit den Weg zur erlösenden Erleuchtung zu finden. Damit soll die Verbindung zum Kern des ursprünglichen, höheren Seins hergestellt werden. Je nach Yoga-Art liegt der Schwerpunkt auf Körper-, Atem- und Konzentrationsübungen oder auf der Selbsterkenntnis durch geistige Übungen (Meditation). Allgemein ist jede Art von Yoga eine Entspannungstechnik, die einen gewissen Aufwand an Zeit, Geduld und vor allem Disziplin beansprucht.

Die Wirkungsbereiche des Yoga umfassen Kräftigung von Körperteilen, Muskeln, Gelenken, der Wirbelsäule und des Knochengerüstes, die inneren Organe, Drüsen und Nerven, Entspannung und Stressabbau, Verbesserung/ Vertiefung der Atmung, Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, Steigerung der Lebensenergie (Prana) und Verbesserung der Körperhaltung und Harmonisierung des Bewegungsverhaltens.

Autogenes Training

Das autogene Training wurde in den 20er Jahren von Johannes Heinrich Schultz entwickelt, einem Berliner Arzt. Es handelt sich um eine Art Selbsthypnose (autogen = selbst erzeugt), durch die Entspannung und Ruhe erlangt wird. Somit werden Ängste abgebaut und gar Krankheiten und Schmerzen gemildert. Diese Methode ist allerdings nur mittels systematischer Disziplin und täglicher Übung erfolgreich.
Durch das stufenweise Erlernen und regelmäßige Praktizieren dieser Selbstsuggestion wird die Fähigkeit erlangt, Muskelanspannung, Puls, Atmung, Durchblutung der Haut und folgendermaßen den psychischen Zustand zu beeinflussen, die Heilkräfte des Unterbewusstseins setzen sich frei. Die seelische Entspannungskonstitution wirkt beeinträchtigenden Zuständen und Störungen entgegen wie Leistungsdruck, dauerhafte Überforderung, Stress, Spannungen, Nervosität, Herz-,Kreislauf- und Magen-Darmproblemen, Schlaflosigkeit, Migräne, Kopfschmerzen etc.
Obwohl es zahlreiche Literatur zum Thema autogenes Training gibt, wird empfohlen, bei Ärzten oder Therapeuten, Volkshochschulen oder Gesundheitszentren Einführungskurse zu besuchen, ganz besonders im Falle von Patienten mit starken Depressionen oder schweren Neurosen. Falsche Übungstechniken können sich sehr negativ auf die Gesundheit auswirken!

Feldenkrais Methode

Die Feldenkrais-Methode (benannt nach deren Entwickler Moshé Feldenkrais) ist eine Lernmethode, um beeinträchtigte Menschen für falsch antrainierte und unbewusste Bewegungs- und Handlungsabläufe, Denk- und Fühlweisen zu sensibilisieren, welche Einschränkung oder Schmerzen auslösen. Falsche Gewohnheiten führen zu Beschwerden: Automatisierte und selbstverständliche Handlungen und Bewegungsabläufe müssen wahrgenommen, durchleuchtet, und dann durch Minimalisierung optimiert werden.
Gesunde Bewegung ist eine der Voraussetzungen für körperliche und psychische Ausgeglichenheit. Ziel der Feldenkrais-Methode ist es, falsch antrainierte Bewegungsabläufe zu reorganisieren und den Menschen durch bewusste Körperwahrnehmung zu seinem gesunden Kern zurückzuführen.

Progressive Muskelrelaxation nach Edmund Jacobsen (Tiefmuskelentspannung, TME)

Dieses Training, das etwa zur gleichen Zeit wie das autogene Training entwickelt wurde, dient der Anspannung und der folgenden Entspannung bestimmter Muskelpartien. Diese Wechselwirkung soll eine tiefe Entspannung des ganzen Körpers auslösen. Einzelne Muskelgruppen werden in einer bestimmten Abfolge angespannt, kurz  in der Anspannung gehalten, und wieder entspannt. Dabei richtet sich die Konzentration auf das Empfinden, das mit diesem Prozess einhergeht. Die Körperwahrnehmung soll so verbessert werden, um Zustände und Störungen wie Stress, Nervosität, Schlafstörungen, Herzklopfen, Schwitzen, Zittern etc. zu reduzieren. Muskelverspannungen und Schmerzen können damit gelöst werden.

Visualisierung

Visualisierung ist eine Entspannungsübung, in der Patienten mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft physische und emotionale Probleme verarbeiten, indem sie sich positive Bilder und das gewünschte Resultat vorstellen. Seit den 70er Jahren wird Visualisierung, die schon Jahre vorher als Motivationsförderung im Sport genutzt wurde, therapeutisch angewandt. Forschungsergebnisse  haben nachgewiesen, dass diese Methode stressabbauend wirkt und Atmung, Herzschlag sowie Blutdruck positiv beeinflusst.

Meditation

Meditation ist eine grundlegende religiöse oder spirituelle Anwendung, die in vielen Religionen und Kulturen existiert. Mithilfe von Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln. Die Wirkung, der meditative Zustand, ist neurologisch als Veränderung der Hirnwellen messbar. Der Herzschlag verlangsamt sich, die Atmung wird tiefer, Muskelspannungen bauen sich ab.
Vor allem in den westlichen Ländern wird die Meditation meist als Methode zur Stressbewältigung und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens praktiziert. Schon in mittelalterlichen christlichen Klöstern wurden Meditationsübungen zur Sammlung des Geistes praktiziert.
Heute versteht man unter Meditation in unserer Kultur hauptsächlich eine absichtslose Konzentration auf eine Tätigkeit oder einen Gegenstand. Die Konzentration ergibt sich als Folge der inneren Versenkung. Wesentlich ist in jedem Fall ein Zustand der „entspannten Aufmerksamkeit“, förderlich ist eine Umgebung ohne Störreize bzw. die Fähigkeit, seine Sinne ruhen zu lassen. Dabei können unterschiedliche Ziele verfolgt werden. Einige der bekanntesten Meditationstechniken beziehen sich auf den Atem oder auf die Beobachtung des Atems (wie z. B. Yoga). Eine Meditationstechnik kann allein oder in einer Gruppe unter Anleitung durchgeführt werden.

Silva Mind Control (Silva Mind Kontrollmethode)

Silva Mind Control ist eine Methode zur Entspannung und Stressabbau, die von José Silva entwickelt wurde. Sie besticht besonders durch ihre einfache Anwendung. Durch leicht nachvollziehbare Techniken kann man sich selbst in einen Alpha-Zustand versetzen, in dem man dann direkt mit dem Unterbewusstsein kommuniziert. Mit \“Alpha\“ werden die Gehirnströme, die zwischen 7 und 14 Hz liegen, bezeichnet. Für diese Entspannungsmethode sieht Silva eine Frequenz von 10Hz als Basis. Diese Frequenz liegt zwischen dem Wachbewusstsein (14 -21 Hz) und dem Schlaf (unter 4 Hz). Es wird daraufhin gearbeitet, diese Frequenz von 10 Hz zu halten, um in diesem Zustand Veränderungen im Unterbewusstsein herbei zu führen, die dann im Leben in den Ergebnissen münden, die wir anstreben. Diese Vorgehensweise kann man im weitesten Sinne auch als eine Art von Hypnose bezeichnen. Allerdings hat José Silva die Vorgehensweise so aufgebaut, dass diese Entspannungsmethode auch von sehr kontrollierten Menschen gut angewendet werden kann, die nur schwer in Hypnose zu versetzen sind.
U. a. kann man folgende positive Resultate aus der Anwendung von Silvas Technik aufführen:
– Harmonisierung der beiden Gehirnhälften 
– Aufrecherhaltung einer positiven mentalen Einstellung
– mentales und physisches Entspannen
– Förderung des Schlafes ohne Medikamente
– positive Beeinflussung von Schmerzen
– Förderung des Gedächtnisses
– Förderung genereller Heilung
– Aufgeben von Gewohnheiten, wie z.B. Rauchen
– Förderung der außersinnlichen Wahrnehmung

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