Die meisten physikalischen und physiotherapeutischen Verfahren können zu den klassischen Naturheilverfahren gerechnet werden. Physikalische Reize normalisieren Körperfunktionen und lindern Schmerzen.

Seit jeher wurden Wasser, Wärme, Licht und Luft zur Behandlung von Krankheiten und zur Schmerzlinderung eingesetzt. Auch Massagen wurden bereits vor tausenden von Jahren angewandt, um Körperfunktionen zu normalisieren, Verspannungen zu lösen und Schmerzen zu lindern.

Es sind die Kräfte der Physik, die die gestörten Funktionen des Organismus beeinflussen und Fehlregulationen verhindern oder beseitigen. Diese Behandlungsmaßnahmen werden unter dem Begriff „Physikalische Therapien” zusammengefasst. (Aus dem Griechischen: „Physis” = Natur, „Therapeua” = Behandlung, Heilung.)

Bindegewebsmassage

Erkrankungen im Inneren des Körpers zeigen sich auf der Haut, z.B. in einer erhöhten Empfindlichkeit.

Auch wenn das Unterhautgewebe schlecht verschiebbar und verspannt ist, kann das ein Hinweis auf eine innere Erkrankung sein. Mit der Bindegewebsmassage lassen sich diese Unterhautverspannungen beseitigen, mit dem Erfolg, dass auch die erkrankten Organe und Gefäße positiv reagieren.

Elektrotherapie

Elektrotherapien wirken schmerzlindernd, gefässerweiternd, durchblutungsfördernd und muskelstimulierend. Elektrotherapien werden vor allem bei akuten und chronischen Beschwerden und Schmerzen am Bewegungsapparat eingesetzt. Bei der Behandlung werden elektrische Ströme über Elektroden ins Gewebe geleitet, wo sie ihre schmerzlindernde und heilende Wirkung entfalten.

Je nach Erkrankung und Behandlungsziel gelangen folgende Verfahren zum Einsatz:
Strom im Niederfrequenzbereich (galvanischer Gleichstrom, „Stangerbad”, Reizstrom, Impulsstrom), Strom im Mittelfrequenzbereich, Strom im Hochfrequenzbereich. Zu den Elektrotherapien zählen auch Behandlungen mit Infrarot, UV-Strahlen, Kurzwelle, Dezimeterwelle und Mikrowelle.

Fußreflexzonenmassage

Die Vorstellung, dass alle Organe bestimmten Reflexzonen am Fuß zugeordnet sind, bildet die Grundlage dieser vor allem von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführten Therapieform.
Der amerikanische HNO-Arzt William H. Fitzgerald entwarf 1913 diese Zonentherapie, indem er festzustellen meinte, dass man an der Fusssohle alle Organe therapeutisch „erreichen” könne. Neben den Fingern setzen die Masseure u.a. Kugeln, Massagestäbe und elektrische Geräte ein; die Behandlung dauert etwa eine Dreiviertelstunde.

Hydrotherapie

Wasseranwendungen lösen heilende Reaktionen des Körpers aus. Die Heilkraft der Hydrotherapie liegt nicht am Wasser an sich, sondern an seiner Fähigkeit, Kälte und Wärme besonders intensiv zu vermitteln. Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt, die Durchblutung gefördert, Schmerzen gelindert und Krankheitsstoffe werden vermehrt ausgeschieden. Wasseranwendungen wirken zudem abhärtend, entspannend und steigern die Leistungsfähigkeit. Wasseranwendungen können kalt oder warm, mit wechselnden oder langsam ansteigenden Temperaturen durchgeführt werden. Die wichtigsten davon sind: Waschungen und Abreibungen – Güsse, Wickel und Packungen – Vollbad -Überwärmungsbad – Arm- und Fussbad – ansteigendes Fussbad – Wechselbad – Wassertreten.

Inhalationstherapie

Zäher Schleim in den Bronchien wird gelockert, das Abhusten erleichtert und Beschwerden werden gelindert.

Die Inhalationsbehandlung wirkt direkt auf die Schleimhäute der Bronchien und Lunge ein. Dabei wird ein Atemgemisch, das aus zerstäubten Heilwässern und Medikamenten besteht, direkt in das Bronchialsystem gebracht. Die Medikamente entfalten ihre Wirkung dort, wo es notwendig ist, ohne den übrigen Organismus zu belasten.

Das Atemgemisch, das bei der Inhalation aufgenommen wird, bezeichnet man als Aerosol.

Es gibt verschiedene Formen der Inhalationstechnik, einschließlich der sogenannten „intermittierenden Überdruckbeatmung”. Dabei werden die Aerosole auf besonders wirksame Weise bis zu den kleinsten Bronchien transportiert. Mit dieser Form der Inhalationsbehandlung erreicht man nicht nur eine bessere Schleimlösung und ein leichteres Abhusten des Sekrets, sondern auch eine Atemgymnastik des Patienten. Dadurch werden verklebte und funktionsuntüchtige Teile des Lungengewebes belüftet, ihre Funktion wird wieder hergestellt. Eine sinnvolle Ergänzung zur Inhalationsbehandlung ist die Atemtherapie.

Die wichtigsten Heilanzeigen: Erkrankungen von Bronchien und Lunge, Asthma bronchiale, akute und chronische Bronchitis, Lungenemphysem, Schnupfen, Entzündung der Nasennebenhöhlen, des Rachens, des Kehlkopfes, der Luftröhre.

Krankengymnastik

Im Unterschied zur allgemeinen Bewegungstherapie werden mit der Krankengymnastik medizinische Probleme konkret angegangen und behandelt. Schwerpunktmäßig wird die Krankengymnastik bei Beschwerden an der Wirbelsäule, am Hals- und Bewegungsapparat eingesetzt. Sie ist insbesondere nach Operationen an Gelenken und Knochen wichtig. Und auch wenn nur ein einziges Gelenk erkrankt ist, beziehen die Bewegungsübungen immer den ganzen Körper mit ein. Sie bewirken auch eine Verbesserung des seelischen Befindens. Bei der Krankengymnastik werden passive und aktive Bewegungsübungen angewandt. Passive kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn sich ein Patient nicht mehr selbst bewegen kann. Die aktive Krankengymnastik umfasst verschiedene Verfahren, zum Beispiel: Funktionelle Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule, medizinische Therapie an Trainingsgeräten, Übungen mit dem Pezziball.

Die wichtigsten Heilanzeigen: Schmerzhafte Gelenkerkrankungen, Arthrosen, Erkrankungen der Wirbelsäule, Osteoporose, Überlastung von Muskeln und Sehnen, Muskelschwäche, Frakturen, Haltungsschäden, Lähmungen, Erkrankungen des Zentralnervensystems, rheumatische Erkrankungen, Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen, Durchblutungsstörungen, Übergewicht.

Lasertherapie

Durch die Anwendung von SOFT- und MID-Lasern sollen in den einzelnen Zellen Wachstums- und Stoffwechselprozesse angeregt und eine Regeneration sowie Durchblutung des Gewebes gefördert werden. Dem Einsatz des Lasers wird in diesem Bereich eine antibakterielle, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung zugesprochen. Es werden die Beschwerden verursachenden Körperstellen und die dazugehörigen Reflexzonen erkrankter Gebiete bestrahlt. Die Anwendung wird einige Male in Abständen wiederholt.

Anwendungsgebiete:
Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen, Zerrungen, Hautwunden, Ekzeme, Entzündungen in der Mundhöhle und den Nasennebenhöhlen.

Magnetfeldtherapie

Verwandte Verfahren:
• Pulsierende Signaltherapie
• MultiBioSignaltherapie
• Variable Signaltherapie

Die Magnetfeldtherapie kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Anregung des Zellstoffwechsels bewirken. Der Behandler legt um das erkrankte Körperteil eine Spule entsprechender Grösse, das leichte Magnetimpulse abgibt.

Anwendungsgebiete:

Schlecht heilende Knochenbrüche, schlecht einheilende Prothesen.

Manuelle Lymphdrainage

Wirkt entstauend im Venen- und Lymphbereich.
Durch sanfte Streichungen werden die Lymphgefässe zu verstärkter Arbeit angeregt, die gestaute Lymphflüssigkeit kann abfließen, Schwellungen und Stauungen gehen zurück.

Massagetherapie

Massagen lockern und entspannen Muskeln, fördern die Durchblutung von Haut und Gewebe, lindern Schmerzen und wirken entstauend im Venen- und Lymphbereich.
Massagen normalisieren krankhafte Veränderungen in der Haut, dem Bindegewebe und der Muskulatur.
Bedingt durch Nervenfunktionen wirken Massagen auch auf innere Organe, den Stoffwechsel und den Kreislauf. Massagen sind zudem eine Wohltat für die Seele: Sie wirken entspannend und beruhigend. Die Anwendungen der klassischen Massage umfassen im besonderen: Streichungen, Knetungen, Reibungen, Klopfungen und Vibrationen.

Ultraschalltherapie

Die hauptsächliche Wirkung der Ultraschallbehandlung ist die Wärmewirkung, wobei Schwingungen in Wärme umgewandelt werden. Die Ultraschallbehandlung zählt zu den wirksamsten Tiefenerwärmungsverfahren und ist daher gut geeignet, auch tiefer gelegene Gelenke, wie das Hüftgelenk, zu behandeln. Auch bei Arthrosen der Fingergelenke hat sich die Ultraschallanwendung (subaqualer Ultraschall) bei konsequenter Anwendung sehr gut bewährt.

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